Die Sache mit dem Biss – Vampirfilme und Co.
Bald ist wieder Halloween, aber nicht nur an der dunklen und vom Geistern durchzogenen ungemütlichen Jahreszeit liegt es, dass ein mehr oder minder totgeglaubtes Filmgenre wieder ein Revival erlebt. Andererseits sollte es auch nicht verwundern, dreht es sich beim Vampirfilm ja auch um untote Helden oder Anti-Helden, die auch nicht so leicht totzukriegen sind. Anders als der blutgierige und durchtriebene Dracula oder die leidenden und innerlich zerbrochenen Vampire von Anne Rice gibt es nun eine ganz neue Generation von Blutsaugern: Sie sind zu schön um wahr zu sein -ok das traf zumeist auf alle Unsterblichen zu, mit Ausnahme vielleicht von Nosferatu und Blade- drücken die Schulbank und werfen schmachtende Blicke in Richtung ihrer Angebeteten, selbstverständlich jugendfrei und ohne Penetrationsversuche (welcher Art auch immer).
Der hippeste Vampir in der neuen Vampirgeneration ist wohl Edward Cullen, ein „ich möchte kein Monster sein“-nachdenklicher Hundertjähriger, der sich ähnlich wie seinerzeit Angel in die Jägerin, in das unmöglichste und verbotenste Mädchen auf Gottes Erde verliebt: Bella Swan mit ihrem unwiderstehlichen Duft. Die in vier Bänden zusammengefasste Liebes- und Leidensgeschichte stammt aus der Feder der Mormonin Stephenie Meyer und wird ganz allgemein unter dem Namen „Twilight-Saga“ zusammengefasst. Seit die weltweiten Bestseller auch noch verfilmt werden, mit so zarten und aufstrebenden Jungschauspielern wie Kristen Steward und Robert –was hat der für Haare?- Pattinson, sind die Vampire spätestens wieder salonfähig und das nicht nur in der Altersgruppe 9-16.
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Aber die Twilight-Vampire sind längst nicht die einzigen Vampire, denen man im Unterhaltungssektor begegnen kann. Der amerikanische Sender CW strahlt seit September die Serie „Vampire Diaries“ aus, die auf der Roman-Reihe von L. J. Smith basiert. Dabei geht es um zwei gegensätzliche Vampir-Brüder zwischen denen ein junges High-School-Mädchen steht, die Reinkarnation (?) der verlorenen großen Liebe der zwei. Grusel-Kitsch garantiert. Eine ernstzunehmende Vampirserie bietet dagegen HBO: Die Serie „True Blood“ basiert auf der „Sookie-Stackhouse“-Buchreihe von Charlaine Harris und schildert das ungewöhnliche Miteinander von Menschen und Vampiren, die seit zwei Jahren ein Leben in der Öffentlichkeit führen und nach Anerkennung in der Gesellschaft streben.
Es gibt aber auch durchaus künstlerisch hochwertige und anspruchsvolle Auseinandersetzungen mit dem Thema Vampire. Neben dem Roman des schwedischen Autors John Ajvide Lindqvist „So finster die Nacht“, welcher 2008 eindrucksvoll und atmosphärisch verfilmt wurde von Tomas Alfredson, gibt es nun auch einen weiteren Vampir-Film im Kino, welcher das Zeug zum Kultfilm hat. Verantwortlich für „Durst/Thirst“ ist der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook, welcher mit „Lady Vengeance“ (2005) und „I’m a Cyborg, But That’s OK“ (2006) Meisterwerke schuf. Vampire sind in, also lassen auch Sie sich verführen von den gutaussehenden und geheimnisvollen Beißern.
